Das Sprechen dieser Worte unter dem Einfluss von Epheons Schwur eröffnet die Teilnahme am Glauben und gewährt der Seele des volkfremden Gläubigen nach seinem Tode Einlass in die selige Obhut Epheons.
Ich leiste den heiligen Schwur:
meine Seele Epheons Güte anzuvertrauen,
seiner Wahrhaftigkeit zu entsprechen,
und die Gebote stets im Sinn zu wahren.
Der volksfremde Gläubige darf fortan bei jedem Priester den Blick Epheons einfordern, sodass seinen Aussagen das Siegel der Wahrheit verliehen wird. Möchte der Gläubige die Behauptungen anderer überprüfen, müssen diese dafür ihrerseits das einfache Bekenntnis ablegen. Das Brechen der Gebote hat beim einfachen Bekenntnis keine Auswirkung für den Gläubigen, was die Priester bestätigen werden - auch wenn sie selbstverständlich darauf beharren, dass die fromme Einhaltung der Gebote dennoch die Pflicht eines jeden Gläubigen ist.
Beim vollen Bekenntnis leistet der Gläubige einen dreifachen Schwur auf die obersten Gebote: Ehre, Tugend und Reinheit. Er verpflichtet sich dadurch zu deren strikter Befolgung. Im Gegenzug wird ihm - sollten seine Schwüre zum Zeitpunkt des Todes gewahrt sein - der Anspruch gewährt, als Angehöriger des erwählten Volkes und damit in Epheons höchster Gunst wiedergeboren zu werden.
Ein Gläubiger, der das volle Bekenntnis geleistet hat, gehört fortan der Jüngerschaft Epheons an. Dies beinhaltet den Erhalt eines Kalamant-Medaillons mitsamt eingraviertem Namen und dessen Niederschrift im heiligen Kodex. Jünger sind eingeladen, nach Ima-Luvis zu pilgern und werden dort unter anderem zu Epheons Träne vorgelassen: einem gewaltigen, tränenförmigen Kristall, der sicher verwahrt im Allerheiligsten des goldenen Tempels schwebt. Weicht ein Jünger von Epheons Pfad ab, wird ihm in Elysis dieselbe Hilfe zuteil wie einem sylphischen Verirrten.
Die körperlich und mental gestählten Krieger der Adlergarde dienen dem Monarchen als Streitmacht. Sie setzen die Gebote im Reich durch und werden auch in andere Länder entsandt, wenn dort aus sylphischer Sicht Recht und Ordnung gefährdet sind. Im Rahmen der vielfältigen Aufträge werden Straftäter verfolgt, Flüchtige gestellt, Priester unterstützt, Informaten verhört und Verirrte oder Veränderte in Gewahrsam genommen. Wer einen Sylphen danach fragt, wohin verirrte Sylphen, Jünger und Grame mit sylphischen Merkmalen gebracht werden, der wird stets mit derselben Antwort bedacht: Man bringe sie an einen sicheren Ort, um ihnen zu helfen.
Die Adler sind für ihr Geschick bekannt, ihre Ziele lebend einzufangen, wenn auch nicht immer unversehrt. Jeder Adler wird für die Dauer des jeweiligen Auftrags von allen Geboten freigestellt, die der Pflichterfüllung im Weg stehen könnten. Sollte es nötig sein, andere zu verletzen oder gar zu töten, um sein Leben zu verteidigen oder seinen Auftrag zu erfüllen, ist es ihm somit gestattet.
Sobald ein Gardist sich zur Heirat entschließt, verliert er seinen Rang und verlässt die Garde, um fortan für seine Frau und Familie in Pheretia zu sorgen.
In der Bevölkerung stehen die Adler in hohen Ehren und wo immer sie auf Than erscheinen, wird ihnen mit Ehrfurcht oder zumindest einer guten Prise Vorsicht begegnet. Außerhalb Pheretias tritt die Adlergarde stets in einer Stärke von sechs Gardisten auf, die von einem siebten, dem Kommandanten, befehligt werden. Der Kommandant erhält seine Befehle von einem Major, der innerhalb Pheretias verweilt. Ab diesem Rang führt eine Heirat daher nicht länger zum Dienstausschluss. Die Majore unterrichten junge Rekruten, organisieren die Truppen im Reich, erteilen Aufträge und leiten die Befehle der drei obersten Generäle an die Kommandanten weiter. Die Generäle unterstehen nur dem Monarchen selbst. Sie sind die Befehlshaber über die Garde und haben ein stets waches Auge auf die Fortschritte von Elysis. Sollte sich ein General höchstpersönlich auf einen Einsatz begeben, kann man sicher sein, dass es sich um eine Angelegenheit größter Wichtigkeit handelt.
Bevorzugtes Handwerkszeug der Adlergarde sind Wurfnetze, gefolgt von Schuss-, Stangen- und Wurfwaffen aller Art. Jedem Adler steht es jedoch frei, seine bevorzugte Waffe zu wählen.
Geltende Hackordnung:
Volksfremder / Gläubiger / Sylphen & Rekruten / Gardisten & Veteranen / Kommandant / Major / General / Monarch
Elysis ist an zwei Orten zu finden: auf einer verborgener, schwebenden Insel in Pheretia und in der Tempelanlage in Amra-Tephis. Nur der amtierende Monarch, einige sylphische Priester und die drei obersten Generäle der Adlergarde wissen um die exakte Position von Elysis in Pheretia. In Elysis ist man darum bemüht, 'verirrte' Sylphen und Jünger zurück auf den rechten Pfad zu führen. Die Sylphen sind stolz auf das Elysis-Konzept, das als Sinnbild des Willens Epheons gilt. Die Sünden der Verirrten werden dort nicht als Vergehen, sondern als Krankheit verstanden.
Die Resultate sprechen für sich. Jeder, der aus Elysis entlassen wird, lobt das Verständnis, mit dem die Sylphen dort auf seine Bedürfnisse und Nöte eingegangen sind und beschreibt sich als glücklich, diese Erfahrung gemacht zu haben. Selbst die gröbsten Schlächter, verdorben bis ins Mark, kehren als rechtschaffene und wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft zurück. Niemand bricht mehr Epheons Gebote, nachdem er einmal in Elysis war. Kritische volksfremde Stimmen sagen, dass es in Elysis nicht mit rechten Dingen zugehen kann... doch sie sagen es nicht zu laut.
Vor sechs Zyklen gab der Monarch bekannt, dass ein zweites Elysis in Amra-Tephis erschlossen wurde. Die Sylphen und Gläubigen Thans frohlockten tagelang und feierten die frohe Kunde mit rauschenden Festen. So vermerkten es die Issír als bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Sylphen. Gerüchte zufolge beginnen in Raakai die Vorbereitungen für ein weiteres Elysis.
Das sylphische Bekenntnis zur Volljährigkeit entspricht dem Wortlaut des einfachen Bekenntnisses. Das Festversprechen wird einmal im Zyklus gefeiert, an einem frei durch die Priesterschaft festgelegten Tag. Alle jungen Sylphen, die bis dahin ihre Volljährigkeit erreicht haben, nehmen sodann an ihrem ersten Festversprechen teil, das stets in üppigem Zeremoniell im Widerschein von Epheons Träne abgehalten wird. Es ist ein Tag, an dem unzählige Pilger in Ima-Luvis anzutreffen sind, sowie Priester und Jünger, die dem prunkvollen Erlebnis im Tempel beiwohnen möchten.
Die gemeinsam eingeschworenen Sylphen feiern ihr Festversprechen einmal pro Zyklus am stets selben Tag.
Der Tag beginnt mit einer Andacht im Tempel, gefolgt von einer rituellen Reinwaschung in den Bädern des Allerheiligsten, um zum Abschluss in einer rauschenden, gemeinsam geplanten Feier in Ima-Luvis zu gipfeln, in der allerhand Geschichten und Geschenke ausgetauscht werden. Im gleichen Zyklus Festversprochene fühlen sich auf besondere Weise im Glauben verbunden und geben aufeinander Acht, ungeachtet häuslicher Vorbehalte oder Rivalitäten. Die zyklische Teilhabe am Festversprechen gilt zwar nicht als verpflichtend, doch es verheißt großes Unheil, dieser Ehrung Epheons fernzubleiben.
Diese Gabe ist allein der Priesterschaft, den Generälen sowie dem Monarchen bekannt. Sobald Epheons Wille durch die Augen eines Priesters wirkt, ist es einem eingeschworenen Gläubigen (Einfaches Bekenntnis) unmöglich, seinen Blick aus eigener Kraft zu lösen. Spricht der Priester eine Weisung im Namen Epheons, gilt diese als Wille Epheons und wird im gleichen Zuge zum Willen des Betrachteten.
Fortan sei es, so ist man sich sicher, dem Gewiesenen nicht möglich, der Weisung entgegen zu handeln - oder sich ihrer auch nur bewusst zu sein, sofern dies zum Teil der Weisung gehört.
Wird die Gabe durch das Einwirken von Baalit unterbrochen, ist es dem Gebannten möglich, den Blickkontakt lösen. Die Weisung entfaltet unter diesen Umständen keinen Effekt, doch zugleich verwischt die Erinnerung daran, was vom Priester gesagt wurde.
Sollte die Weisung erfolgreich erteilt worden sein, ändert auch ein zukünftiger Kontakt mit Baalit nichts an deren Effekt.
Schon junge Sylphen lernen, dass ihr Glaube sie nicht nur in Epheons Gunst aufsteigen lässt, sondern sie auch vor dem Einfluss aller Unwahrheit und Niedertracht bewahrt. Selbst das eifrigste Gebet verhalle jedoch in der Fremde. Dort, wo allerorts schädliche Lügen regieren, die Reinheit missachtet wird und die Verirrten ihren Einfluss mehren, würden sie zwangsläufig selbst der Besudelung anheim fallen. Der schleichende Prozess der Befleckung zeige sich nach spätestens einem Zyklus: eine Mauser setze ein, währenddessen der die Befleckten unter Erschöpfung und Fieberschüben litten. Körperliche Schmerzen oder heftiger Ausschlag seien keine Seltenheit. Der Makel zeichne all jene, die Verkommenheit, Übel und Verblendung zu lange ausgesetzt seien... bis alles Gute - und damit alles Leben - sie schließlich verlasse. Es heißt, nur ein dreifaltiger Ritus: die Reinwaschung in einem der großen Tempel, die intensive Berufung auf die Gebote, gefolgt vom erneuerten Segen Epheons nach Abschluss einer Predikt seien dazu imstande, einen Befleckten vom Makel zu kurieren.
Adler der Garde stehen in der Pflicht, vor jedem neuen Auftrag in der Fremde einen dreifaltigen Ritus auszuführen. Um kein Risiko einzugehen, sind die Kommandanten ihrerseits verpflichtet, ihren Trupp stets rechtzeitig zum Ende der elften Phase einer Mission nach Pheretia zurückzuführen. Ein Umstand, der so manchen Flüchtigen gerettet haben dürfte, denn es gibt sonst nur wenig, dass einen Adler dazu bringt, eine Verfolgung abzubrechen.
Zu einem bestimmten Tag im Frühsommer wird die Gottweihe gefeiert. Dabei handelt es sich um einen rauschenden Festtag, an dem nicht gearbeitet werden darf und der von den sylphischen Kindern inbrünstig herbeigesehnt wird. Die Gottweihe geht auf den glorreichen Tag fünfzig Jahre vor der Nacht der Stille zurück, an dem die Sylphen zum auserwählten Volk Epheons wurden und er sie mit seinen Gaben und seinen Geboten segnete. Im Sinne seiner Großzügigkeit werden alle sylphischen Kinder an diesem Tag mit Geschenken überhäuft und eines von ihnen, das ein besonderes Los zieht, darf sogar vor dem Monarchen persönlich einen Wunsch äußern, der stets Erfüllung findet.
Es ist geboten, den Wert des Leben zu wahren.
Es ist geboten, die Jungen gewissenhaft zu bilden.
Es ist geboten, die Bande der Gemeinschaft zu stärken.
Es ist geboten, den Ruhm der Freiheit zu preisen.
Es ist geboten, den wahren Glauben zu verkünden.
Es ist geboten, die ewige Treue zu zelebrieren.
Es ist geboten, ...