»⠀Männer & Frauen: 1,60m - 2,30m
»⠀Athletischer bis ausgeprägt muskulöser Körperbau
»⠀Hellgraue, dunkelgraue oder graubraune Haut
»⠀Glühende Iriden und Haare
»⠀Gespaltene Zungen (kulturelles Merkmal)
Sowohl die Augen- als auch Haarfarbe sind bei den Äos in stetigem Wandel. Vor allem die Iriden können innerhalb kürzester Zeit von dunklem Rot, zu lebhaftem Orange bishin zu grellem Gelb oder gar sprühendem Weiß wechseln. Der Wechsel der Haarfarbe erfordert ein beständigeres Gefühl. Sowohl der Erregungzustand als auch die Qualität der Emotion sind entscheidend. Bei starker Durchblutung verdunkelt sich die Haut der Äos stellenweise.
Bei großer Erschöpfung oder kurz vor dem Tod verlieren die Augen und Haare ihr Leuchten vollständig und nehmen eine spröde, grau-schwarze Struktur an. Eine starke Depressionen kann einem Äos über einen langen Zeitraum hinweg nahezu jegliches Glühen rauben. In zutiefst niedergeschlagenem Zustand ist ein Äos kaum als solcher wiederzuerkennen.
Keinem anderen Volk sieht man eine Lüge so deutlich an wie den Äos. Denn zu lügen - besonders unter Druck - versetzt sie in äußerste Unruhe. Der Zustand erhöhter Erregung zeigt sich als Puls in ihren Iriden (bei längerem Anhalten sogar in ihren Haaren) und lässt ihre Körpertemperatur um einige spürbare Grad ansteigen.
In den Adern der Äos fließt schwarzes, siedendes Öl, das nur in seiner Viskosität gewöhnlichem Blut gleicht. Ihr gesamter Körper ist unentzündlich (vallisch). Sie können sich selbst so stark erhitzen dass Wasser durch bloßen Kontakt mit ihnen zu verdampfen beginnt. Dabei entsteht allerdings keine offene Flamme. Heizen Äos auf diese Weise das Baalit auf, das sie am Körper tragen, entsteht ein fünfmal so großer Schutz vor Amra. Das 'Hochglühen' ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden, was einen Äos nach spätestens einer halben Spanne ausgezehrt und schrecklich hungrig zurücklässt. Isst er ausreichend, erholt er sich jedoch schnell. Kommt er für eine Weile mit Objekten oder anderen Äos in Kontakt, die sich erhitzt haben (150°C), heilt dies seine Verletzungen. Vom Abtauchen in einen Lavasee ist zu Heilzwecken allerdings abzuraten. Übersteigt die Hitze 500°C, schmilzt ein Äos sich selbst ein, was das Ende seines Namens bedeutet.
Vallische erfrieren schneller als navallische Wesen. Bereits bei 10°C beginnen Äos, stark zu frieren. Sind sie kühlen Temperaturen zu lange ausgesetzt und ist ihre Nahrung zugleich schlecht gemergelt (zu hoher Wassergehalt, niedriger Energiegehalt bei zu viel Ballast), fühlen Äos sich schwach, werden krank und sterben, wenn das letzte Feuer in ihren Muskeln erlischt.
Navallische Tiere reagieren überaus scheu oder aggressiv auf die Nähe von Äos. Pferde scheuen, Kleintiere nehmen Reißaus und auch Greifen gebärden sich wie wild. Es ist nicht klar, was genau der Grund für dieses Verhalten ist. Man vermutet, dass sie die abweichende Natur der Äos instinktiv wahrnehmen und aufgrund ihrer Fremdartigkeit fürchten.
Giftstoffe, die navallischen Lebewesen schaden, haben auf vallische Körper keinen Effekt. Es gibt jedoch Substanzen, die selbst einen Äos beeinflussen können. Dazu zählen Alkohol, Blutasche und ein mysteriöses yi'zarisches Gift.
Dass die Äos so wagemutig sind, mag nicht zuletzt daran liegen, dass sie sich nicht so schnell von Than verabschieden wie andere Geschöpfe. Wird ein Äos tödlich verwundet oder erlischt sein Feuer, endet nur das Leben seiner aktuellen, körperlichen Form. Öffnet man den Leichnam eines Äos und entnimmt dessen Herz, fällt auf, dass dieses keineswegs tot ist. Selbst völlig erkaltet, weilt noch ein Funken Hitze in einem äossischen Herz. Wird es nach Bagrabaal gebracht, kann es dort im Blut der Welt versenkt werden. In den Tiefen der Lava bildet der Äos einen neuen Leib aus. Nach einer unbestimmten Weile entsteigt er dem zentralen Schlot Bagrabaals in neu geborener Gestalt. Wie nach einem Schlaf erwacht auch sein Erinnerungsvermögen nach einigen Tagen und der Äos setzt seinen Lebensweg fort. Vielleicht wagt er eine bestimmte Herausforderung, die ihn das Leben gekostet hat, direkt erneut. Ein Äos lebt auf diese Weise, bis seine ihm angeborene Lebenszeit endet. Seine Zeit verbringt er dabei entweder in aktiver Gestalt oder inaktiv schlafend als äossisches Herz.
Äos vertragen die Aufnahme von Wasser nicht, weil es ihnen durch seine Verdampfung lebenswichtige Wärme entzieht. In sehr geringen Mengen ist es für sie allerdings unbedenklich. Es erscheint daher fast lächerlich, wie abgrundtief das vallische Volk den Kontakt mit dem feuchten Element verabscheut. Äos umrunden Pfützen, flüchten vor Sturmwolken und betreten grundsätzlich keine Schiffe oder Boote. Brücken über Wasser passieren sie nur mit ärgster Überwindung, und auch nur dann, wenn sie von deren Stabilität restlos überzeugt sind. Zur Not nehmen äossische Karawanen und Militärzüge große Umwege in Kauf, um derartige Passagen zu vermeiden.
Spendiert man einem Äos einen Krug Wasser, steht außer Frage, dass er es als Morddrohung interpretiert und dementsprechend reagiert. Regen ruft bei Äos nagende Unruhe, Schlaflosigkeit und latente Gereiztheit hervor – selbst wenn sie ihn nur hören. Unerfahrene Äos kann das Phänomen eines Platzregens zu Kurzschlusshandlungen verleiten. Es gibt kaum etwas Unangenehmeres für einen Äos, als nass zu werden. Selbst, wenn diese Eigenart sie in den Augen anderer Völker albern aussehen lässt, können Äos diesbezüglich einfach nicht aus ihrer Haut.
Dadurch, dass sie sich niemals ins Wasser begeben, sind alle Äos Nichtschwimmer. Ein Sturz in tieferes Wasser versetzt sie zuverlässig in Panik, was sie zum Hochglühen bringt - und ihr Leben damit auf mehrere Weisen zugleich bedroht.
Wenn man eines über das gesellschaftliche Leben der Äos sagen kann, dann, dass es LAUT ist. Man lebt wild und ungezwungen, gibt einen herzhaften FACK auf fremde Gesetze oder den Glauben an Epheon und feiert die Feste wie sie fallen. Gerät man aneinander, wird das Problem mit blanken Fäusten geklärt. Der Sieg entscheidet darüber, wer im Recht ist. Selten geben Äos sich die Blöße, die Regentschaft um einen Schiedsspruch zu bitten. Feinsinn und Zurückhaltung sind bei den Äos keine Tugenden und wer sich nicht zu wehren weiß, ist gut beraten, einer oder einem starken Shaar zu gefallen.
Mutproben, Raufereien, Gelage und sexuelle Ausschweifungen stehen bei den Äos fest an der Tagesordnung. Sowohl wagemutige als auch trinkfeste Äos werden sehr geschätzt. Es ist nicht nötig, dass ein Äos stets alle Mutproben meistert, denen er sich stellt: der Wille zählt. Überwiegt das Versagen allerdings dauerhaft, schadet es dem Ruf, sich wahllos in immer neue Wetten zu stürzen. Die ruhmreichsten Äos sind jene, die sich viel zutrauen, sich dabei nicht übernehmen und die Schwierigkeit ihrer Mutproben allmählich steigern: echte Dauerbrenner eben. Es ist das Ziel eines jeden Äos, Ruhm zu erlangen, der selbst bis ins hohe Alter währt, denn nur angesehenen Äos gelingt es, einen begehrenswerten Djaham um sich zu scharen und langfristig an sich zu binden.
Es ist bei den Äos üblich, Partnerschaften mit mehreren festen Geliebten einzugehen - ganz gleich, ob volkseigen oder volksfremd. Dabei verfügt allein der dominante Partner, die/der Shaar, über die Entscheidungsgewalt. Er darf frei nach seinem Willen neue Partner (Djaii) für sich beanspruchen. Diese haben dabei allein ihm treu zu sein. Romantische Beziehungen und sexuelle Aktivitäten innerhalb des eigenen Djahams erfordern immer erst die Zustimmung des Shaar.
Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften stehen bei den Äos hoch im Kurs. Erlaubt ist, was immer dem Shaar gefällt. Ein großer Djaham verleiht großes Ansehen. Das Konzept der Monogamie wird von den Äos als unsinnig empfunden. Man ist davon überzeugt, dass das äossische Herz eines Shaar groß genug sind, um zu all seinen erwählten Djaii endlos brennende Liebe zu empfinden. Um diese Liebe zu behaupten, kommen im Zweifel Herausforderungen zum Tragen. Bevor ein Djaii seinen Shaar verlässt, muss er jenem die Chance einräumen, seine Liebe in einer Mutprobe erneut unter Beweis zu stellen. Ist ein Shaar bei der auferlegten Herausforderung erfolgreich, gelingt es ihm meist, das kritische Herz zurückzuerobern, das er fast verloren hätte. In Zukunft wird er dem zurückgewonnenen Djaii mehr Zuwendung schenken, will er seine Liebe nicht allzu bald erneut unter Beweis stellen müssen. Schlägt ein Shaar die Herausforderung aus, ist die Trennung mit sofortiger Wirkung besiegelt. Eine derartige Schmähung durch den Shaar ist der Alptraum eines jeden stolzen Djaii, der darauf abgezielt hatte, einen erneuten Liebesbeweis zu erhalten.
Mut- und Kraftproben gelten bei den Äos als probates Mittel, um schnelles Geld zu verdienen. Erfolgreiche Wetten machen viele Äos schnell reich, doch mindestens genauso viele bringen sie um ihr letztes Kupfer. Bei einer vielversprechenden Wette wird das Risiko für gewöhnlich vernachlässigt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wetten werden bei den Äos als verbindliche Verträge angesehen. Wessen Schuld eingefordert wird, der muss diese mit allem abbezahlen, was er hat - selbst, wenn er nichts mehr besitzt... außer sich selbst. Ein Äos, der seine Schuld nicht begleichen kann, wird zum Sklaven. Laut Siegelschrift-Gesetz leistet der Sklavendienst eines Äos einen Obool pro Phase ab. Der Sklavendienst Volksfremder hat keinen monetären Wert. Ist ein versklavter Äos außerstande, seinen Stolz zu vergessen, bleibt ihm nur die Flucht. Aber wer eines Tages nach Bagrabaal zurückkehrt, hat besser einen ansehnlichen Schatz vorzuweisen, mit dem er nicht nur seine Schuld auf einen Schlag bei seinem Gläubiger begleichen, sondern auch die Regentschaft bestechen kann, damit diese ihn nicht rigoros einschmilzt und seinen verflossenen Namen damit als würdelos brandmarkt.
Eine doppelte Zungenspitze gilt als äossisches Markenzeichen. Mit dem Erringen der ersten Trophäe erlangt ein Äos das Anrecht, sich die Zunge spalten zu lassen. Wer noch nichts zustande gebracht hat, sollte also lieber nicht zu weit das Maul aufreißen. Die Spaltung geschieht unter fähiger (oder zufälliger) Hand vorzugsweise im Gebeinschlot, wo der erste Triumph rauschend mit allen Anwesenden gefeiert wird. Hat der Äos das Glück, dass an diesem Abend jemand von der Regentschaft zugegen ist, gehen seine Bestellungen und die aller Anwesenden auf die Regentin. Ozh shaarash, Voohara!
Die Praktik der Spaltung reicht bis in graue Vorzeit zurück. Die Siegelschriften erzählen von einer Ära, in der sich die Äos ihren Lebensraum mit doppelzüngigen Ungeheuern teilen mussten: mächtigen Geschöpfe, die von den Äos sowohl für ihre Gerissenheit gehasst als auch für ihre Macht bewundert wurden. Eine tief verankerte Tradition somit, was aber von den wenigsten Äos gewusst oder hinterfragt wird. Wer braucht schon einen historischen Kontext, wenn er mit seiner Zunge eine andere packen kann? Eben. Ozh Faaash!
Beliebt: Ausreichend Erhitztes mit hohem Energiegehalt (z.B. Glut, Kohle, Koks, Mergel*) und Flüssigkeiten mit möglichst keinem Wasseranteil (z.B. Öl, Alkohol)
Unbeliebt: Schwere Kost voller Ballaststoffe, die erst noch im Bauch verbrennen muss (z.B. rohes Holz, Pökelfleisch)
Ungenießbar: Substanzen mit hohem Wasseranteil
Nehmen Äos hochprozentigen Alkohol zu sich, entzündet sich dieser in ihrem Inneren und schießt als Stichflamme hervor. Äos lieben diesen spektakulären Effekt, bei dem auch ihr Haar und ihre Augen grellweiß aufleuchten. Es ist ein berauschender Spaß, der jedoch Übung erfordert. Strapazieren Äos ihre Magenwände durch die internen Explosionen zu stark, tragen sie innere Verletzungen davon. Kommt es dazu, sind die Schmerzen extrem und der Rausch ist schnell vergessen. Wenn sie Blut husten oder glühende Galle erbrechen, ist dies das sichere Zeichen, dass sie es übertrieben haben. Ein weiterer Schluck Alkohol kann nun im Erlöschen enden. Bei Schonung vergehen üblicherweise sechzehn Spannen, bis sich die inneren Wunden soweit geschlossen haben, dass sie nicht länger schmerzen.
* nach uraltem Rezept verbackene Mineralstoffe und Fette, die in braunschwarzer Riegelform oder als mundgerechte Brocken daherkommen. Der Geschmack von Mergel ist... umstritten.
Jeder ist frei, an das zu glauben, was er will. Wer an Humbug glaubt, ist selber Schuld, Naav*!
* Naav » Idiot / Nichtsnutz / Volksfremder / schwach / versagen / ...
Das Land Äonnh ist ein Reich, das von feindseliger Urgewalt geprägt ist. Keine Spur von Amra kann hier existieren, ob zu Land oder in der Luft. Kein Zauber und kein Fluch berühren seine Geschöpfe. Aus weiten Landstrecken gelben Bodens, grauen Gesteins oder roten Sandes ragen schroffe, schwarze Bergkämme hervor und nicht selten schießt zischendes Schwefelgas aus verborgenen Spalten. Es gibt kein Grün, lediglich weitläufige vallische Wälder voller Teerkiefern und Küsten voller Schlackehaufen. Auf den Ebenen gedeiht dunkles Pechmoos und wo sich einmal sanfte Hügel erstrecken, halten violette Dornbüsche jeden fest, der versucht, abseits der Wege voranzukommen. Aus den grellbunten Seen Äonnhs zu trinken, kann für navallische Wesen tödlich enden. Die Äos schätzen dieses charakterstarke Land, in das sich so gut wie nie ein Regentropfen verirrt – doch auch in den trockenen Wüstenregionen Baronnhs fühlt das vallische Volk sich heimisch. Wer es sich leisten kann, lebt dennoch in Bagrabaal, der Hauptstadt Äonnhs, denn wenn man ehrlich ist: Nur Schlothitze ist wirklich faaash!
Äos und Gjad kommen grundsätzlich gut miteinander aus. Wenn es nicht dazu kommt, dass irgendjemand ein ganz bestimmtes Thema anschneidet: die frühe Kapitulation der Gjad vor den Draciern Andracs. Das zuerst unterworfene Volk gewesen zu sein, hat die Gjad in den Augen der Äos für immer jeglicher Würde beraubt. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der Gjad den erklärten Erzfeind bis heute nicht auf angemessen empfundene Weise hasst. Manche Äos argwöhnen sogar, dass die Gjad dem verflossenen Ruhm des Feindes heimlich nachtrauern. Als wäre das noch nicht genug, nutzen die Gjad - wie auch die Sylphen - schamlos dieselben Relikte, mit denen die Andrac das stolze Volk Äonnhs einst brechen wollten. Die Sylphen hatten aber wenigstens den Schneid, für die Vernichtung der letzten Andracs zu stimmen. Nicht wie die viel zu naiven anderen Völker und abermals die Gjad, die zu dieser Zeit nicht mal mehr eine Stimme besaßen, um abstimmen zu können! Znack-Gjads!
Wo immer Äos mit anderen Völkern in Berührung kommen, brennt regelmäßig die Luft. Das lautstarke Naturell der Äos und ihre direkte Art machen es unmöglich, sie nicht zu bemerken, wann immer sie erscheinen. Die freie Stadt Raakai gleicht nicht selten einem Pulverfass, denn nirgends sonst halten sich mehr Äos gemeinsam mit Volksfremden auf.
Seit dem Edikt des Friedens ist der Einfluss und der Reichtum der Äos stark gestiegen. Durch den Handel mit Erzen, Schmiedeprodukten und vor allem durch die Verbreitung baalitener Taler, den Oboolen, verfügen sie über eine größere Handelsmacht als jemals zuvor. Amras Wandel war wie ein Brandbeschleuniger für die äossische Wirtschaft. Ein Obool besitzt inzwischen den Wert fünf goldener Dukaten... und ein Ende der Wertsteigerung ist nicht in Sicht.
Schon seit jeher wurde Amra als lästig empfunden, doch seit dem Krieg gegen die Dracier Andracs wird es endlos verachtet. Betreibt jemand Nachforschungen zu Amra, die nicht auf dessen Neutralisierung abzielen, behält er es tunlichst für sich. Es bedeutet den sozialen und auch den wortwörtlichen Tod, sich von wildem Amra in einen Gram verwandeln zu lassen, denn äossisches Gesetz untersagt es einem Andrac, ins Blut der Welt zurückzukehren. Kein Äos toleriert einen Gram des eigenen Volkes und ist verbissen darin, ihn dies auch spüren zu lassen. Man ist sehr kreativ darin, die Andrac in aller Öffenlichkeit zu quälen und zu verspotten. Die Foltermethoden sind grausam und man löst Andracs nicht von den Säulen der Schande, bis sie ihr Leben ausgehaucht haben. Mitunter bleibt nur das veränderte Herz eines Grams, ein Gram-Fack, zurück. Was dabei ebenfalls entsteht, ist den Äos allerdings nicht bewusst, denn allein Dracier sind in der Lage, wahrzunehmen, wenn ein Baal erwacht.
Seit 16 Zyklen herrscht Voohara über die äossischen Lande Äonnh und Baronnh. Sie gehörte einst dem Obsidian-Schlot an. Ihr Djaham zählt 33 Djaiis. Die Regentin ist 43 Zyklen alt und blickt auf zwei frühere Namen zurück. An ihren derzeiten Ruhm reicht jedoch keiner dieser Namen heran. Zu ihren renommiertesten Schätzen gehören ein Bravaaal-Gesichtsstück und mehrere auffällige Ketten aus dracischem Gebein.
Voohara ist sprachgewandt und strahlt eine machtvolle Ruhe aus, die durch spontane Ausbrüche eine vulkangleiche Bedrohlichkeit erlangt. Die Regentin versteht es, einem gelösten Lachen einen beängstigenden Wutanfall folgen zu lassen, nur um Herzschläge später wieder völlig gefasst aufzutreten. Damit gelingt es ihr, selbst die sortiertesten Verhandlungspartner aus dem Konzept zu bringen und dadurch zu dominieren. Im politischen Kreis des Edikts ist sie gefürchtet, wovon ihr Ansehen im eigenen Reich profitiert. Voohara gilt als höchst angesehen - nicht nur, weil sie niemals Schwäche oder Neid zeigt, sondern vor allem, weil sie im Gegensatz zu früheren Regenten tatsächlich ihrer Rolle als Machthaberin gerecht wird.
Unter Vooharas scharfer Führung hat das äossische Volk aufgerüstet. Forschung ist im Gange, die in Ohejir bereits erste Früchte getragen hat: Flugschiffe wurden entwickelt, die das Einflussgebiet der Äos markant erweitern. Die Flugroute zwischen Raakai und Ohejir erfreut sich wachsender Beliebtheit, trotz der hohen Fahrscheinpreise. Ein stetiger Nachschub baalitener Oboole entströmt den Münzprägereien Bagrabaals und die Krieger des feurigen Südens sind so gut ausgestattet wie selten zuvor. Die Bastion 'Vala Taah' im hohen Nordenwesten Baronnhs erlebt einen Zustrom abenteuerlustiger Äos, die es kaum abwarten können, so manche Siedlung in Oa, die von wildem Amra bedroht ist, unter ihren Schutz zu stellen... nicht ohne Zugeständnisse, versteht sich.
Die Regentin höchstselbst stattet der Bastion von Zeit zu Zeit einen Besuch ab - niemals ohne mindestens zehn ihrer mächtigsten Djaii an ihrer Seite.